Vor 30 Jahren: „Stuttgart hilft Retschiza“ – Beginn unserer Hilfsaktion

Im Herbst 1990 startete die Stuttgarter Zeitung die Hilfsaktion „Stuttfgart hilft Retschiza“. Als diese Aktion nach 16 Monaten zu Ende geht, findet sie eine Fortsetzung in den „Freunden der Kinder von Tschernobyl“.
In einem Artikel zum 75. Gebrtstag der Stuttgarter Zeitung erinnert Klaus Wagner an den Beginn der Aktion und die 130 Personen, die als Freiwillige mit dabei waren. Lesen Sie hier den Artikel vom 17. September 2020  in der StZ.

Kinder wieder glücklich und gesund zurück in Gomel

Zum dritten Mal ermöglichten wir es Kindern der Elternitiatrive Gomel,  drei Wochen im Zentrum Nadeshda sich zu erholen. Am 3. August trafen 20 Kinder aus Gomel, Dobrusch und Swetlogorsk im Zentrum ein.  Sie hatten alle onkologische Krankheiten. 12 Kinder sind zum ersten Mal in Nadeshda, für drei Kinder war es die erste Kur übrerhaupt. weiterlesen…

Solidaritätsadresse an die Mitarbeitenden von Nadeshda

Schon kurz nach der Veröffentlichung des Friedensaufrufes zahlreicher Mitarbeitenden hat der Vorstand unseres Vereins einen Brief verfasst, in dem die Verbundenheit mit den Unterzeichnern ausgedrückt ist.
Der Brief hat folgenden Wortlaut:

An die Geschäftsleitung und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Kindererholungszentrum Nadeshda
Sehr geehrter Herr Direktor Makuschinski, sehr geehrte Damen und Herren, liebe Freundinnen und Freunde,
seit vielen Jahren unterstützen die Freunde der Kinder von Tschernobyl im evangelischen Männernetzwerk die Arbeit des Kindererholungszentrums Nadeshda mit Sach- und Geldmitteln, die Bürgerinnen und Bürger aus der Region Stuttgart gespendet haben. Sie, sehr geehrte Damen und Herren, haben mit Ihrer Arbeit diese Spenden zum Wohl der Kinder umgesetzt.
Sie haben Nadeshda in den letzten Jahrzehnten ständig weiterentwickelt, modernisiert und erfolgreich zu einer Vorzeigeeinrichtung in Belarus gemacht.
Wir verfolgen momentan die Vorgänge in Ihrem Land mit großer Aufmerksamkeit und Sorge und wollen Ihnen allen unsere Verbundenheit zum Ausdruck bringen.
Jetzt haben Sie sich zu Wort gemeldet und gezeigt, dass Sie am bürgerschaftlichen Dialog aktiv teilnehmen und Stellung beziehen. Das verdient Anerkennung und Respekt.
Wir wünschen und hoffen sehr, dass Sie und alle Bürgerinnen und Bürger in Belarus einen Weg finden die Zukunft des Landes gewaltfrei und einvernehmlich zu gestalten.
Wir freuen uns darauf, unsere Zusammenarbeit fortzusetzen und auf ein Wiedersehen.
Wir sind in unseren Gedanken und Gebeten mit Ihnen verbunden.
Freunde der Kinder von Tschernobyl
Für den Vorstand
Heinrich Korn

Zur aktuellen Situation in Belarus/Weißrussland

Liebe Freundinnen und Freunde der Kinder von Tschernobyl,
vielleicht haben Sie in der Presse  die Berichte aus Weißrussland (Belarus) verfolgt und wissen, dass in großen Städten des Landes Bürgerinnen und Bürger gegen die autokratische Amtsführung des Präsidenten demonstrieren.
Wir verfolgen die Entwicklung mit großer Anteilnahme und Sorge. Unsere Hilfsaktivitäten basieren auf Vertrauen in die weißrussischen Partner/innen, die in ihren Funktionen als Chefärzte, Geschäftsführer, Schulleiterinnen usw. integer und die gleichzeitig in den Verwaltungsstrukturen des Landes wirksam sind. Humanitäre Hilfe war von jeher unpolitisch. Unsere Hilfe richtet sich direkt und ausschließlich an Familien und Kinder ungeachtet politischer Meinungen.
Sollte sich für unsere Arbeit etwas ändern, werden wir Sie informieren.
Heinrich Korn, 1.Vorsitzender

Gute Nachrichten aus dem Kinderzentrum

Ankunft am Wohnhaus

Heute errreichte uns vom Kinderzentrum „Nadeshda“ folgende Nachricht:
„Das Zentrum ist seit 15. Juni 2020 wieder in Betrieb. Wahrend dieser Zeit haben wir schon einige Projekte zur Kurbehandlung und Erholung der Kinder durchgefuhrt. Naturlich fordert die Arbeit in diesen nicht einfachen Bedingungen nicht nur zusatzliche Finanzausgaben, sondern auch zusatzliche psychologische, seelische Bemuhungen von jedem Mitarbeiter.
Die Hygienedienste kontrollieren die Arbeit des Zentrums jeden Tag, was die zusatzliche Anstrengung bringt, weil einige Aspekte dieser Kontrolle eine formelle Natur sind und von der wichtigen und notigen Arbeit ablenken.
Es gibt im Zentrum keine positiven Corona-Falle und wir hoffen, dass Gott uns behuetet und hilft, ruhig diese komplizierte Zeit zu überleben.
Die Gruppe aus der Elterninitiative an der Kinderhämatologie Gomel „Kinderhamatologie“ ist am Dienstag, 4. August im Kinderzentrum angekommen.  Der Arzt hat schon die Kinder untersucht. Die medizinischen Anwendungen sind schon verschrieben. Die Kinder haben aktiv die Erholung bekommen.“

Wir wünschen der Gruppe einen unbeschwerten Aufenthalt und dem Zentrum eine möglichst prolbemlose Arbeit in diesen schwierigen Zeiten.

Mitgliederversammlung-Vorstandswahl-Finanzplan

v.l.n.r: Christoph Rau, Heinrich Korn und Alfred Merkle

Mit Abstand: MV in der Paul-Gerhard-Kirche

Corona-bedingt konnte die Mitgliederversammlung nicht wie geplant im April sondern erst am 24.Juni stattfinden. Um genug Abstand halten zu können, wurde sie in die Paul-Gerhard-Kirche in Ludwigsburg verlegt.
Wichtigste Punkte waren nach dem Bericht des Vorstandes der Beschluss des Finanzplanes 2020 und die Wahlen zum Vorstand. Der bisherige Vorstand mit Heinrich Korn und Christoph Rau als erstem bzw. zweiten Vorsitzenden und Alfred Merkle als Finanzreferent wurde einstimmig wiedergewählt. Die im Finanzplan enthaltenen 112.000 Euro ermöglichen die Fortsetzung der medizinischen Hilfe für Gomel, der Sozialarbeit im Bezirk Wetka und weitere Kindererholungsmaßnahmen im Zentrum Nadeshda. Dieses ist wegen der Corona-Pandemie derzeit in einer äußerst schwierigen finanziellen Situation. Die Ausgaben für zusätzliche Hygiene-Maßnahmen sind gestiegen und die Auslastung stark gesunken. Statt wie in den Vorjahren, wo in der Sommerzeit die Häuser, die Ferienanlage Wilia und das Zeltlager zu fast 100 % belegt waren, sind es derzeit nur stark 60 %. Schon jetzt ist ein Defizit von rund 100.000 Euro aufgelaufen. Die Mitglieder hörten diese Nachrichten mit großer Besorgnis. Sie waren sich aber einig, alles zu unternehmen, um das Weiterbestehen von Nadeshda zu ermöglichen und gegebenenfalls Nothilfe zu leisten.

Nach 2 Monaten Corona-Stopp: Nadeshda öffnet wieder

 

Fröhliche Ankunft am Wohnhaus

Mitte April musste auch das Kindererholungszentrum Nadeshda wegen Covid 19 seinen Betrieb einstellen. Das war für das Zentrum ein harter Einschnitt mit schlimmen finanziellen Folgen. Um Kindern während der Sommerferien eine Erholungsmöglichkeit zu bieten, hat es seit 13. Juni wieder geöffnet. Das geschieht auch auf ausdrücklichen Wunsch der Regierung.
Um das Ansteckungsrisiko zu verringern, wurden umfangreiche Hygiene-Maßnahmen getroffen. Das kann man auch den Fotos entnehmen, die wir heute bekommen haben. weiterlesen…

34. Jahrestag – die Probleme bleiben, neue kommen

Am 26. April jährt sich die Tschernobyl-Katastrophe zum 34. Mal. Für uns ist das Anlass, der Opfer und der bleibenden Probleme zu erinnern und ihrer fürbittend zu gedenken:
Die letzten Tage haben gezeigt, dass die Katastrophe noch kein Ende gefunden hat. Aus der Ukraine kamen beunruhigende Nachrichten, dass es im Umfeld großflächige Brände gegeben hat, die trotz des Einsatzes von 1400 Feuerwehrleuten immer noch nicht ganz gelöscht sind. Riesige Rauchwolken stiegen auf und machten den Bewohnern der ukrainischen Hauptstadt Kiew das Leben schwer. Die Belastung mit radioaktivem Cäsium 137 ist erhöht. Berichtet hat darüber u.a. auch die Stuttgarter Zeitung.

Covid-19 Erreger
Quelle: Wikimedia

Zu den gravierenden Folgeproblemen der Nuklearkatastrophe kommt auf die wirtschaftlich schwachen Staaten nun das Corona-Problem. Es hat leider auch Auswirkungen auf das von uns besonders geförderte Kindererholungszentrum Nadeshda. Kurz vor dem orthodoxen Osterfest am 19. April errreichte uns die Nachricht, dass das Zentrum vorsorglich geschlossen werden musste .Für 2 Aufenthaltsperioden werden bis Anfang Juni keine Kinder aufgenommen. Die Behörden erlauben es derzeit nicht, dass Kinder außerhalb des eigenen Oblasts (=Gebiet) in Erholung kommen. Die meisten Kinder im Zentrum stammen aber aus dem Gebiet Gomel. Der Betriebsstopp stellt das Zentrum vor ernorme finanzielle Probleme.
Zu den neuen Problemen gehört auch, dass ungeachtet der schrecklichen Folgen von Tschernobyl seit rund 6 Jahren in Ostrovets im Norden Weißrusslands nahe der Grenze zu Litauen  ein neues Atomkraftwerk mit 2 Blöcken gebaut wird. Weißrussland will damit seine Energieprobleme lösen und mit dem Export von Strom Devisen verdienen. Gegen den Bau gibt es seit Beginn der Planungen heftige Proteste von Litauen und weißrussischen Kernkraftgegnern.Litauen will genauso wie Polen keinen Strom aus dem AKW abnehmen. Die Inbetriebnahme des ersten Blocks ist das für das erste Halbjahr 2020 geplant.
Für uns, die wir den Opfern der Nuklearkatastrophe von Tschernobyl beistehen wollen, ist das eine sehr beunruhigende, traurige Tatsache.

Es ist wichtig, die Opfer und das heißt vor allem die Kinder der Tschernobyl-Katastrophe nicht zu vergessen in Gedanken, Gebeten und auch durch tatkräftige Unterstützung. Wir als die „Freunde der Kinder Tschernobyl Württemberg“ wollen unsere HIlfe fortsetzen.
Wie sie dieses Jahr unter den Voraussetzungen der Pandemie aussehen wird, werden wir zeitnah entscheiden und unsere Hilfe den Notwendigkeiten anpassen.

Gebet am Jahrestag

Herr, unser Gott, wir erinnern uns an die Reaktorkatastrophe vor 34 Jahren. Am 26. April 1986 hat sie unvorstellbares Leid über viele hunderttausend  Menschen in Weißrussland und der Ukraine gebracht. Wir wollen die Opfer nicht vergessen.
Gib uns die Gewissheit, dass Du bei ihnen bist wie bei allen, die derzeit unter Covid 19 leiden.
Herr, erbarme dich!
Herr unser Gott, wir denken an die Menschen, in deren Leben das Unglück von Tschernobyl eingetreten ist: Mädchen und Jungen, Frauen und Männer. Hilf ihnen, mit Krankheit und Tod, mit Verzweiflung und Seelenbelastung, mit Armut und Hoffnungslosigkeit zurecht zu kommen. Gib ihnen Perspektiven für ihre Zukunft.
Herr, erbarme dich!
Herr, unser Gott, wir denken auch an die, die helfen wollen, an die Ärzte und Schwestern in den Kliniken von Gomel. Wir denken an die Lehrerinnen in den Schulen, die den Kindern gute Fähigkeiten für ihr Leben und auch den Glauben an eine lebenswerte Welt vermitteln wollen. Gib ihnen Mut, Kreativität und Ausdauer.
Herr, erbarme dich!
Herr, unser Gott, wir denken auch an die Verantwortlichen in den Regierungen.
Hilf ihnen, die richtigen Entscheidungen zu treffen – Entscheidungen, die deine Schöpfung bewahren helfen.
Hilf ihnen, sich nicht von vordergründigen Gewinninteressen leiten zu lassen.
Gib ihnen den Mut und die Kraft, sich von gefährlichen, zerstörenden Technologien wie der Atomkraft zu verabschieden und neuen, schonenden Energien zum Durchbruch zu verhelfen.
Herr, erbarme dich!
Du, unser Gott, hast die Menschen in der Hand.
Bewahre uns vor Resignation und Gleichgültigkeit.
Und lass weltweite Geschwisterlichkeit und Barmherzigkeit wachsen.
Stärke Glaube, Liebe und Hoffnung:
Herr, erbarme dich! Amen