Nadeshda-Bericht aus erster Hand

W. Makuschinskij und Dr.A.Ruchlja

Mitglieder unseres Arbeitskreises wurden kürzlich bei einem Treffen in Ludwigsburg vonm Direktor des Zentrums W.Makuschinskij und dem Vorsitzenden der „Lebendigen Partnerschaft“/Minsk, Dr.A.Ruchlja über die neuesten Entwicklungen im Kindererholungszentrum Nadeshda informiert. Makuschinskij: „2018 war fürs Zentrum ein erfolgreiches Jahr!“ Aber auch die Probleme, mit denen Nadeshda zu kämpfen hat, kamen zur Sprache.

 

 

Zu den sehr erfreulichen Tatsachen gehört, dass 2018 fast 10 000 Personen in Nadeshda zu Gast waren. Neben 6300 Kinder und Begleitpersonen, die in den Häusern untergebracht waren, kamen noch 1700 im Feriencamp Wilia und 1600 im Zeltlager. „Das Zentrum hat einen hervorragenden Ruf in Weißrussland und die Nachfrage nach Erholungsplätzen in den Ferien ist außerordentlich hoch.“ Positiv sei auch, dass neben den Kindern aus der Tschernobyl-Region, deren Aufenthalt vom Staat bezahlt wird (3600), auch behinderte Kinder mit ihren Eltern kommen. Stark zugenommen habe außerdem die Zahl „internationaler Projekte“. Diese werden von Partnern aus dem Ausland finanziert(1600). Darunter gehört u.a. auch die 15-köpfige Gruppe der „Elterninitiative an der Kinderhämatologie“ in Gomel. Mit ihr kooperieren wir schon seit vielen Jahren. Diesen Aufenthalt haben wir mit rund 5000 Euro unterstützt. Über diese schönen Tage gibt es einen ausführlichen Bilderbericht.
Dank der sehr guten Auslastung zeichnet sich für dieses Jahr auch ein befriedigendes Rechnungsergebnis ab. Wir freuen uns, dass dazu auch die statlichen Erlöse aus der Einspeisungvergütung für den Fotovoltaik-Strom, der aus der 2017 eingeweihten Fotovoltaik-Anlage stammt.
Eingeladen wurden wir von den beiden Nadeshda-Verantwortlichen zum 25-jährigen Jubiläum im nächsten Jahr. Im September 2019 werden es 25 Jahre sein, dass Nadeshda in Betrieb ist. Gefeiert wird am 23. und 24.September. Wer Interesse hat, an den Jubiläumsfeierlichkeiten teilzunehmen, möge uns das wissen lassen über info@tschernobyl-kinder-stuttgart.de.
Eigentlich hätte bei diesen Feierlichkeiten auch ein Kletterpark eingeweiht werden sollen, der das pädagogische Angebot des Zentrum erweitert und eine weitere Attraktion darstellt. Aber wegen des hohen Preises, den ein deutscher Spezialist dafür verlangt, muss über das Projekt nochmals nachgedacht, dh. mit der Firma neu verhandelt werden. Eventuell kann auch eine Firma aus Belarus solch einen Park erstellen. Außerdem gibt es auch noch keine gesicherte Finanzierung. Spenden dafür sind aber schon jetzt  willkommen.

Bauzustand Anfang 2018

Schwierigkeiten, so berichteten die beiden Nadeshda-Verantworlichen, gibt es erneut mit dem Neubau des Schwimmhallen-und Bäderkomplexes. Begonnen wurde er schon 2015. Der Weiterbau wurde aber gestoppt, weil staatliche Stellen auf der Ebene des Oblast Minsk das vom Tschernobyl-Ministerium eigentlich zur Verfügung gestellte Geld nicht freigegeben haben. Abgesehen von eine kurzen Phase des Weiterbaus Ende 2017 ruhen erneut die Bauarbeiten. Schuld daran sind Streitigkeiten zwischen verschiedenen staatlichen Ebenen. Trotz intensiver Gespräche und umfangreichen Schriftwechsels konnte hier noch keine Entscheidung herbeigeführt werden. Ein echtes Ärgernis.

Ökologischer Landbau

Auch die ökologische Landwirtschaft macht Sorgen. Sie  ist einer der Säulen der ökologisch ausgerichteten Konzeption von Nadeshda:  die Kinder sollen qualitativ hochwertige, frische und gesunde Bio-Lebensmittel bekommen.
Bisher werden auf ca 39 Hektar Fläche und in Gewächshäusern Gemüse und Obst erzeugt. Leider arbeitet dieser Bereich immer noch nicht rentabel. Die  höhren Produktionskosten werden  vom Staat nicht honoriert. Eine Einstellung eines Teils der Landwirtschaft müsse, so die Nadesdha-Verantwortlichen, daher in Erwägung gezogen werden. Der Druck verstärke sich nächstes Jahr nocheinmal, da die Vergütungen des Staates für die Kindererholung nicht in dem Maße erhört werden, wie das der Inflation in Belarus eigentlich notwendig macht.

Fazit des Gesprächs: Nadeshda lebt und macht gute Arbeit. Das engagierte MItarbeiterteam lässt sich nicht beirren und sucht stets neu nach Lösungen für die anstehenden Probleme. Wir haben den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern dafür ein herzliches Dankeschön gesagt und Ihnen für die Weiterarbeit viel Kraft, Gesundheit und Geduld und Gottes Segen gewünscht. Wir werden Nadeshda auch 2019 nach Kräften und Möglichkeiten unterstützen.

 

 

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