Reise nach Belarus – Verbundenheit auch in schwieriger Zeit gepflegt – Gomel und Wetka

Besuch im Gymnasium in Wetka mit dem neuen Direktor Lubimow

Allen Widrigkeiten wie Covid und politischen Sanktionen zum Trotz reisten zwei Vertreter unseres Vereins von 27. Oktober bis 3.November nach Belarus und besuchten Partner in Gomel, Weltka und im Kinderzentrum Nadeshda.
„Dies ist ein Sieg über die Pandemie“ so begrüßte die Chefärztin Dr. Irina Romaschewskaja Christoph Rau und Jürgen Rasemann. Die meisten Besuchten konnten kaum glauben, dass man in diesen Zeiten nach Weißrussland reist. Aber wir wollten aus Stuttgart ein Zeichen setzen, dass man auch in schwierigen Zeiten in Kontakt bleiben sollte. So besuchten Christoph Rau und Jürgen Rasemann in Gomel die Kinderpoliklinik, die Kinderhämatologie und die Vertreterinnen der Elterninitiative, sowie in Wetka das Gymnasium und den Deutschkurs, zu dem 16 Schülerinnen und Schüler ins Kinderzentrum Nadeshda. eingeladen waren.Schon bald nach der Ankunft wurde klar, dass Belarus wie Deutschland auch sehr stark von Covid betroffen ist. In den Kliniken war ein Besuch auf den Stationen nicht möglich. Trotzdem war ein Gespräch im Dienstzimmer der Chefärztin der Kinderhämatologie Dr.Irina Romaschewskaja möglich. Sie freute sich besonders, die Gäste aus Stuttgart wiederzusehen, auch wenn diese immer noch nicht sagen konnten, wann die von der Abteilung gewünschten und bei Medeor schon lange bestellten Medikamente zur Leukämiebehandlung geliefert werden können.

Auch die Chefärztin der Kinderpoliklinik Dr. Tatjana Solodkaja freute sich über den Besuch. Gerne hätten die Besucher bei dieser Gelegenheit das neue EKG-Gerät übergeben, das wir bei Medeor bestellt haben, aber wegen der Störung der Lieferketten noch nicht geliefert wurde. Darum muss weiterhin mit dem schon betagten Gerät gearbeitet werden, das längst nicht mehr dem technischen Standard entspricht. Dass es noch funktioniert, wurde dann an einem der Besucher ausprobiert.

Beim Besuch der Elterninitiative, die ehemalige junge Patienten der Kinderhämatologie betreuen, stand der Dank im Mittelpunkt. Die beiden Vorsitzenden Natascha und Luba bedankten sich ganz herzlich für die Einladung von 20 Kindern im Sommer ins Kinderzentrum Nadeshda, wo sie sich erholen konnten und medizinische Betreuung. „Es ist super, dass wir uns auf die Unterstützung aus Stuttgart verlassen können.“ Als Zeichen des Dankes überreichten sie eine gerahmte Dankesurkunde, in der u.a. heißt: „Keine unserer Aktivitäten für Kinder wäre ohne Ihre Hilfe vorstellbar, seien es die Weihnachtsgeschenke oder die Kindererholung in Nadeshda. Jede Krankenschwester der Abteilung Kinderhämatologie in Gomel kennt, dass es die „Freunde der Kinder von Tschernobyl“ gibt, die zwar weit entfernt sind, aber selbst die Corona-Pandemie konnte diese Freundschaft nicht zugrunderichten.“

Getroffen hat die Gruppe auch Dr.Sergej Koval, den Chefarzt der Neonatologie und Anästhesie an der Gynäkologischen Abteilung des Bezirksklinik in Gomel.
Seine Abteilung ist derzeit die einzige Geburtsklinik für Frauen, die nicht an Covid erkrankt sind, Daher gibt es dort sehr viele Geburten. Leider ist die Leitung des Krankenhauses nicht mehr an einer Zusammenarbeit mit uns interessiert. In der Vergangenheit hatten wir auf Wunsch des Arztes immer wieder vor allem hochwirksame Antibiotika geliefert.

Im Musikzimmer

Ein wichtiger Teil der Reise war auch das Treffen mit Sergej Mihailovic Lubimov, dem neuen Direktor des Gymnasiums Wetka. Er ist seit rund einem Jahr im Amt. Auch sein Vorgänger war anwesend genauso wie die Deutschlehrerin Eugenia. Er freute sich sehr über den Besuch. Insgesamt läuft der Schulbetrieb, aber wegen Covid bleiben die Klassenverbände unter sich.  Viele Veranstaltungen müssen im Freien stattfinden. Von 51 Lehrkräften hatten 21 Covid. Der Direktor bedankte sich für die Zusammenarbeit, vor allem für die Unterstützung des Deutsch-Unterrichts und die Möglichkeit, dass Schülerinnen und Schüler nun zum zweiten Mal die Möglichkeit bekommen, sich in Nadeshda zu erholen und ihre Deutsch-Kenntnisse zu verbessern. Er hatte auch Wünsche an unseren Verein, etwa bei der Verbesserung der Bestuhlung des Musikraumes.

Am Ende kam es auch noch zu einer kurzen Begegnung mit den „Kindern des Krieges, einer Vereinigung von Frauen und Männer, die während ihrer Kindheit zusammen mit ihren Müttern zur Zwangsarbeit in Deutschland waren. Gerne hätte die Vorsitzenden wieder ein richtiges Treffen mit den Gästen arrangiert, aber sie konnte nicht kommen, da sie an Covid erkrankt war.
Während des Aufenthaltes in Gomel erfuhren die Gäste auch, dass der ehemalige Chefarzt der Bezirkskinderklinik, Dr.Eduard Rusakov, gestorben ist. Er war für uns ein langjähriger und zuverlässiger Partner. Wir sind ihm dafür danbkar und werden ihm ein gutes Andenken bewahren.
Die beiden Reisenden fuhren dann zum Kindererholungszentrum Nadeshda, wo der Deutschkurs aus Wetka zu Gast war. Dazu folgt einen weiterer Bericht.

 

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