Nadeshda: Mitarbeitende verfassen Friedensaufruf

Am Dienstag, 18. August haben sich zahlreiche Mitarbeitende von Nadeshda vor dem Zentrum versammelt und einen Friedensaufruf verlesen. Näheres ist auf der Facebook-Seite des Zentrums zu finden. Die Übersetzung des dort veröffentlichten Aufrufs hat folgenden Wortlaut:

 

 

„Wir, die Mitarbeiter des Rehabilitations- und Erholungszentrums für Kinder „Nadeshda“, können den Ereignissen in unserem Land nicht gleichgültig gegenüberstehen.
Grobe Verstöße gegen Rechtsakte der Republik Belarus im Rahmen des Wahlprozesses, Wahlbetrug, Gewalt gegen friedliche Bürger – all dies hat dazu geführt, dass die Mehrheit der Bürger der Republik Belarus den Behörden nicht vertraut. Die Spaltung der Gesellschaft ist offensichtlich, wovon die Ereignisse vom 16. August 2020 beredtes Zeugnis ablegen.
Um die Harmonie in der Gesellschaft wiederherzustellen, halten wir Folgendes für notwendig:
1. Die Wahlergebnisse aufgrund einer großen Zahl von Verstößen, die in allen Phasen des Wahlkampfes begangen wurden, für ungültig zu erklären;
2. den Rücktritt der Vorsitzenden der Zentralen Wahlkommission L. M. Jermoschina herbeizuführen und faire Neuwahlen im Einklang mit der Gesetzgebung der Republik Belarus mit Änderungen und Ergänzungen durchzuführen, die es ermöglichen, Offenheit und Transparenz des Wahlprozesses zu gewährleisten;
3.den größtmöglichen Ausschluss externer Einmischung in den Wahlprozess in der Republik Belarus zu gewährleisten;
4. sicherzustellen, dass friedliche Proteste stattfinden können. Alle Personen vor Gericht zu bringen, unabhängig von ihren politischen Ansichten, ihrer Zugehörigkeit zu den Behörden, politischen Parteien und Bewegungen, die die Gesetzgebung der Republik Belarus verletzen. Freilassung politischer Gefangener sowie der während friedlicher Proteste verhafteten Personen;
5. alle Mitarbeiter der Rechtschutzorgane, die Gewalt gegen friedliche Bürger angewandt haben oder den Befehl hierzu erteilt haben, vor Gericht zu stellen;
6. sicherzustellen, dass in allen Medien, einschließlich der staatlichen Medien, objektive und realistische Informationen vermittelt werden;
7. alle Bürger der Republik Belarus, die aus politischen Gründen entlassen wurden, wieder einzustellen;
8. angesichts des Mangels an finanziellen Mitteln im Haushalt der Republik Belarus zur Durchführung von Neuwahlen einen Sonderfonds zu schaffen und an Bürger und juristische Personen ausschließlich der Republik Belarus zu appellieren, Mittel für einen neuen Wahlkampf zu überweisen.“ Unterschriften

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